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DEUTSCH: „SHOAH“ als Seminar

Annäherung an den Holocaust mit Filmkunst und Trauma-Integration
Hof Oberlethe (bei Oldenburg) 20.-22.März 2016

Es gibt eine Wiederentdeckung und somit ein Angebot, dem kollektiven Schatten des Holocaust auf eine andere Weise zu begegnen. Der 9-stündige Film „Shoah“, herausgekommen 1985, produziert von Claude Lanzmann in den 70er und 80er Jahren, befragt verschiedene Zeitzeugen, sowohl Opfer als auch Täter und Bewohner rund um die Vernichtungslager in Polen und des Warschauer Ghettos sowie Wissenschaftler und weitere Persönlichkeiten zu ihrem Erleben, ihrem erzwungenen Mitwirken, ihrem Leiden und ihrer Beteiligung an dem Mord an den europäischen Juden. Der Film handelt an historischen Plätzen in Polen, Deutschland, Israel und den USA. Dabei bedient sich der Film ausschließlich gegenwärtiger Bilder in der Zeit der Befragungen, so dass ein überzeitliches Kunstwerk entstanden ist, dass mit der Kraft der Suggestion arbeitet und den Zuschauer mitnimmt auf eine Reise zu dem dunkelsten Kapitel der jüngsten deutschen Vergangenheit. Nach eigenen Erfahrungen und einem bereits durchgeführten Seminar bietet „Shoah“ die Möglichkeit, dem deutschen kollektiven Trauma intensiv zu begegnen und transformatorisch zu wirken.

Auch wenn wir diese leidvolle Zeit meistens nicht persönlich erlebt haben. Was tun damit? Unsere Großeltern und Eltern schweigen, oder wollen sich nicht mehr erinnern – zu traumatisch waren die Erlebnisse. Wir sind identifiziert mit dem Leid unserer Eltern!

Und wir haben offene Fragen – was hat mein Großvater in der Wehrmacht getan, waren sie Mitläufer, Widerständler, Opfer oder Täter…? Was wäre, wenn wir endlich unsere übernommene Scham, Schuld und Angst transformieren könnten und die frei werdende Energie in unsere Zukunft investieren könnten?

Dazu haben wir einen Weg gefunden, einen Heilungs- und Integrationsprozess zu dem wir Sie/Dich einladen!

Der 2-Tagesworkshop hat erstmalig im Juni 2015 statt gefunden und wir wollen den Menschen die Möglichkeit geben teilzunehmen, für die das Thema jetzt aktuell ist und die das Projekt kennen lernen und unterstützen wollen. Wir planen für die nächsten Jahre mehrere sich ergänzende Angebote – wie zum Beispiel Reisen nach Auschwitz, Integrationstage und Aufstellungsarbeit.

SEMINARINHALT
In dem Seminar werden wir den Film etappenweise schauen und mit verschiedenen Methoden aus der Traumatherapie und der transparenten Kommunikation die Möglichkeit nutzen, das Erlebte zu fühlen und zu integrieren, Körperkontakt aufnehmen, uns bewegen und austauschen. Zudem werden wir unsere eigenen Ahnen miteinbeziehen in Form eines Ahnentisches, ob sie nun Opfer, Täter, Mitläufer, Widerständler, Verführte oder Vertriebene des Nazi-Regimes und des zweites Weltkrieges waren. Das eröffnet die Möglichkeit, die eigene Geschichte mit anderen zu teilen und zu einer neuen Würdigung und Versöhnung mit den Vorfahren zu kommen.
Das Seminar wird in deutsch und englisch durchgeführt, falls Englisch sprechende Teilnehmer anwesend sind.

Stimmen zum Workshop…

„Am Ende des Films war ich unerwartet friedlich und auch in den Tagen danach. Ich habe danach auch erst mal nicht viel weiter darüber nachgedacht. Jetzt beim Schreiben kommen die Bilder wieder hoch. Sie haben irgendwie einen guten Platz in mir gefunden. Ich fühle mich jetzt gerade berührbar an den Stellen, wo ich sie in mir gespeichert habe. Davor fühlte ich mich rund um das Thema eher ohnmächtig und dumpf, wohl auch durch die Angst und das Vermeiden, damit überhaupt in Berührung zu gehen. Da hat sich was verändert durch diesen Prozess. Ich fühle mich lebendiger. Das Setting, das die Facilitator geschaffen haben, war dafür sehr wichtig. Es hat mir ermöglicht, lebendig fühlend dabei zu bleiben, auch in den dumpfen Phasen.“
(Teresa Distelberger, Teilnehmerin)

„Obwohl ich persönlich familiär nicht mit dem Thema belastet bin, konnte ich anfangs nicht verstehen, dass wo andere Menschen Zorn, Wut, Trauer oder Betroffenheit spürten, ich anfangs nur Indifferenz und ein Nicht-Spüren bemerkte.  Diese Taubheit und Indifferenz hat seither auch eine Tür der Einsicht aufgestoßen, wie stark kollektive Traumata sich in einer persönlichen Dimension auswirken und die Empfindung- u. somit auch die Empathiefähigkeit drastisch minimieren. Das Trauma das aus der Mitte unserer Gesellschaft heraus entstanden, mitgetragen und verursacht wurde, muss auch als Gemeinschaft wieder erfühlt und zur Verwandlung eingeladen werden. Die kleine Gruppe von beherzten Menschen die an diesem ersten Projekt teilgenommen haben, hat mich ganz viel Hoffnung schöpfen lassen, dass genau das auch möglich ist.“
(Gregor Steinmaurer, Facilitator, Trauma-Therapeuth)

„Nachdem ich den Film geschaut hatte, war mir klar, dass ich eine Ressource wieder entdeckt hatte, die wir bei der Bewältigung unseres kollektiven Traumas einsetzen konnten. …ebenfalls sehr berührend und kraftvoll habe ich unseren „Ahnentisch“ empfunden. Obwohl wir nicht viel Zeit hatten, den Ahnen unsere Aufmerksamkeit zu widmen, waren sie durch Fotos, kleine Beschreibungen oder entzündeten Kerzen auf dem Tisch – und zum Schluss in der Mitte präsent. Sie waren tatsächlich fühlbar unter uns und mit uns.“
(Cosima Köhn, Facilitator, Therapeutin)

„Der Film & das Seminar haben mich verändert und mir geholfen zu verstehen, wie alles passieren konnte und welche Muster heute noch als Schatten in uns und in der Gesellschaft weiter wirken. Es war wunderbar mitzuerleben, wie wir alle, Teilnehmer und Facilitator – Empathie neu erleben konnten, und es hat mich berührt und ein Stück freier und leichter gemacht. Ich glaube, dass wir erfolgreich begonnen haben die alten „Täter-Opfer-Schuld“ – Energien zu transformieren. Ich fühle mich mehr zu hause in Deutschland und im Frieden mit dem was war!“
( Andreas Gutjahr, Facilitator)

Leitung des Seminars

Dr. Andreas Gutjahr
Trainer, Facilitator, Coach, jüdischer Familienhintergrund, ausführliche Therapieerfahrung und mystische Erfahrungen, Versöhnungsarbeit mit den Ahnen und kollektive Traumaarbeit in Deutschland und Israel, Moderation von 2. Generation Encountergruppen, Teilnehmer am Timeless Wisdom Training 4 bei Thomas Hübl

Cosima A. Köhn
Psychotherapeutin, Facilitator, interessiert an der Erforschung und Integration von kollektiven Traumata, insbesondere in Deutschland und Israel/Palästina, Teilnehmerin am Timeless Wisdom Training 4 bei Thomas Hübl

Gregor Steinmauer
Österreich. Traumatherapeut (SE), systemischer Therapeut und Gruppenleiter. Langjährige Beschäftigung mit Therapie, Gruppenprozessen, Meditation und Mystik. Teilnehmer am TWT 4 bei Thomas Hübl

Peter Hellwig
Traumatherapeut, systemischer Therapeut, Gestalt-Therapeut und Familienaufstellungen, Gruppenprozesse, Meditation und Mystik. Teilnehmer am TWT 4 bei Thomas Hübl

 

ZEIT
Beginn Sonntag, der 20.3. 18:00 mit dem Abendessen (Einchecken ab 17:00)
Ende Dienstag 16:00

Kostenbeitrag: 100,00 € , ermäßigter Beitrag für TWT- 4 Teilnehmer 80,00 €, gesponserte Teilnahme auf Anfrage.

Anmeldung für das Seminar über:
Andreas Gutjahr, privat@andreasgutjahr.de, mobil. +49-(0)173.615 29 25

Anmeldung für Übernachtung und Verpflegung am Hof Oberlethe,
verschiedene Kategorien zwischen 100,00 und 164,00 € für die gesamte Seminarzeit inklusive Vollverpflegung.
Kontakt: Martin Konermann, email: info@hof-oberlethe.de, Tel. +49 (0) 4407 6840
Wardenburgerstrafle 24
26203 Wardenburg